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Zulieferung · Frau Hodl · 31.10.2026

Die Unternehmensanalyse

Originaltext aus der bereitgestellten Word-Sammlung. Registerangaben, Verträge und Bilanzen sind noch nicht unabhängig vollständig abgeglichen. Die Wiedergabe ist keine Bestätigung sämtlicher Detailangaben.

Paul Brandenburg: DIPAT, Millionenfinanzierung und Genossenschaft (1/2) Von Frau Hodl | 31.10.2026 Während die öffentliche Spendenaktion für die Anwaltskosten in Paul Brandenburgs Verteidigung läuft, lohnt sich ein Blick auf seine früheren unternehmerischen Aktivitäten. Nicht etwa, weil früheres Investorenkapital sein aktuelles Privatvermögen rechtfertigen würde – das tut es ausdrücklich nicht. Sondern weil die Entwicklung seines E-Health-Unternehmens DIPAT einige offene wirtschaftliche Fragen aufwirft. VOM STARTUP ZUR MILLIONENFINANZIERUNG Brandenburg gründete 2015 die DIPAT Die Patientenverfügung GmbH. Das Unternehmen bot die digitale Erstellung und Speicherung von Patientenverfügungen an. 2016 nahm DIPAT am Leipziger Accelerator SpinLab teil. 2017 folgte eine größere Finanzierungsrunde: Der Saxon Technology Founders Fund (TGFS) und die Madsack Media Group investierten gemeinsam 2 Millionen Euro. Im September gab SpinLab eine weitere Investition von Axel Springer in Höhe von über 1 Million Euro bekannt. Insgesamt wurden somit 3 Millionen Euro an Finanzierung kommuniziert; Laut der damaligen Ankündigung hielten die Investoren rund 30 % der Firmenanteile. Es handelte sich dabei um Unternehmensbeteiligungen, nicht um dokumentiertes persönliches Einkommen Brandenburgs. DER BETRIEB WIRD IN EINE GENOSSENSCHAFT ÜBERGEHEN. Im September 2022 wurde die DIPAT Vorsorgegenossenschaft eG gegründet, laut DIPAT-Angaben von Jeanette Baudach und Rebecca Wache. Ende 2022 übernahm sie den Betrieb und die Weiterentwicklung des bisherigen Dienstes. Die ursprüngliche GmbH bestand jedoch weiterhin. Baudach war zunächst zeichnungsberechtigt, später Geschäftsführerin der GmbH; sie schied im Oktober 2023 aus dieser Position aus. Brandenburg selbst wurde erst im Juli 2024 als Geschäftsführer der GmbH abberufen. Die eG basiert ihr Modell auf Unabhängigkeit und Mitgliederorientierung. Ein Geschäftsanteil kostet 248 €. Es handelt sich um eine Kapitalbeteiligung, nicht um eine Schenkung; die Rückzahlung ist gesetzlich und in der Satzung geregelt. Die zentrale Frage: Auf welcher vertraglichen Grundlage erfolgte die Übertragung des Geschäftsbetriebs auf die neue juristische Person im Jahr 2022? Wurden Software, Marken und Kundenverträge verkauft, übertragen oder lizenziert? Gab es Kaufpreis- oder Lizenzzahlungen an die fortbestehende GmbH? Ohne Verträge und Jahresabschlüsse bleibt dies ungeklärt. WER KONTROLLIERT DIE EG? Baudach und Wache werden als Vorstandsmitglieder genannt; Jan Brandenburg ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Eine familiäre Beziehung zu Paul Brandenburg wird hier nicht angenommen. Sicher ist: Die Geschichte von DIPAT endete nicht mit der Umwandlung in eine Genossenschaft. Die Eigentums-, Vertrags- und Kontrollverhältnisse erfordern eine dokumentenbasierte Prüfung. Fortsetzung folgt: GTID, DeVIG und gematik (2/2).Paul Brandenburg: DIPAT, GTID und die Gesundheitsdigitalisierung (2/2) Von Frau Hodl | 31.10.2026 Im ersten Teil: 2015 gründete Paul Brandenburg die DIPAT GmbH; 2017 wurden insgesamt 3 Mio. € Investorenfinanzierung kommuniziert. Ende 2022 übernahm eine Genossenschaft den operativen Dienst, während die GmbH weiterbestand. Die wirtschaftlichen Konditionen dieser Übertragung sind noch ungeklärt. EINE DRITTE GESELLSCHAFT: GTID Im Februar 2024 wurde in Leipzig die GTID – Gesellschaft für Transformation, Interoperabilität und Digitalisierung mbH gegründet (25.000 € Stammkapital). Geschäftsführerin: Heike Diebler. Prokuristin: Jeanette Baudach, die zuvor Geschäftsführerin der DIPAT GmbH war und heute im Vorstand der DIPAT-Genossenschaft steht. GTID war zunächst unter Franz-Mehring-Straße 1 in Leipzig registriert, einer auch mit DIPAT verbundenen Geschäftsanschrift. Im September 2024 zog GTID zur Grimmaischen Straße 25. Ihr Geschäftszweck umfasst Verbands- und Beratungsleistungen für die Gesundheitswirtschaft. Das dokumentiert eine personelle Überschneidung, aber weder eine Beteiligung Paul Brandenburgs an GTID noch einen Geldfluss zwischen den Firmen. DEVIG UND GEMATIK Laut dem Interoperabilitäts-Navigator der gematik ist DeVIG, der Deutsche Verband für Interoperabilität im Gesundheitswesen, eine Marke der GTID GmbH. Diebler wird als Gründerin genannt und ist seit Mai 2024 im Interoperabilitäts-Expertenkreis der gematik vertreten. Die dokumentierte Verbindung lautet: DIPAT GmbH → Jeanette Baudach → DIPAT eG / GTID → Heike Diebler → DeVIG / gematik-Expertenkreis. Das ist eine Abfolge personeller und organisatorischer Beziehungen – keine bewiesene Finanzierungskette. Die Mitarbeit in einem Expertenkreis belegt weder eine Förderung von GTID durch die gematik noch eine persönliche Verbindung Brandenburgs zu dieser Institution. WAS DIE DOKUMENTE NOCH KLÄREN MÜSSEN Für einen belastbaren Finanz-Audit benötigen wir: • Gesellschafterlisten der DIPAT GmbH aus 2017, 2022 und 2025; • Jahresabschlüsse der GmbH (2021–2024) und der eG; • die GTID-Gesellschafterliste; • gegebenenfalls Verträge über den Betriebsübergang sowie Lizenz- und Beratungsleistungen. Erst dann lässt sich klären, wem die wirtschaftlichen Werte vor und nach 2022 gehörten, was aus den Beteiligungen der früheren Investoren wurde und ob heute Forderungen oder Zahlungen zwischen den Gesellschaften bestehen. TRANSPARENZ STATT UNTERSTELLUNGEN Die aktuellen Spendenaufrufe zur Verteidigung Brandenburgs sind vom Unternehmenskomplex zu trennen. Frühere Millioneninvestitionen sagen nichts Verlässliches über seine heutigen privaten Mittel aus. Die Recherche belegt weder verdeckte Zahlungsströme noch persönliche Bereicherung. Sie zeigt aber offene Fragen zu Beteiligungen, Vermögenswerten und dem Übergang zwischen den Rechtsträgern. Nicht politische Lagerzugehörigkeit entscheidet über diese Fragen, sondern Registerunterlagen, Verträge und Bilanzen. Quellen: SpinLab (4.9.2017), DIPAT-Website und Impressum, Handelsregister/CompanyHouse, gematik Interoperabilitäts-Navigator.